Samstag, 28. August 2010

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

 

Nun bin ich schon seit einer Woche hier in Chile. Ich bin letzten Donnerstag von Wien über Madrid nach Santiago de Chile geflogen. Am Nachmittag marschierten wir, schon fast ein wenig traditionell, auf den Cerro San Cristóbal. Die kleine Wanderung war gerade recht, um den müden Körper nach dem Flug langsam wieder in Schwung zu bekommen. Wir blieben eine Nacht in Santiago, bevor wir am nächsten Morgen mit dem Bus ins Schigebiet Portillo aufbrachen.

 

In Portillo waren wir zuerst schon sehr überrascht wie wenig Schnee es hat. Hat man doch bei uns in den Medien von einem strengen Winter in Südamerika gehört. Es dürfte hier auch ziemlich kalt gewesen sein, nur der Niederschlag fehlte eben. Aber gleich bei den ersten Hangbefahrungen nach der Ankunft im Hotel stellten wir fest, dass die Pisten in hervorragendem Zustand sind. Da und dort sind zwar ein paar kleine Steine in der Piste, im Großen und Ganzen ist es aber nicht tragisch.

 

Ich bin dann die ersten 6 Tage jeden Tag auf den Schi gestanden. Das war für mich doch auch eine positive Überraschung. Neben Technikübungen beim Freifahren stand vor allem der Speedbereich auf dem Programm. Ich konnte bisher je 2 Tage Abfahrt und Super G trainieren und auch auf der Gleitstrecke zwei Mal die Schis testen. Also bisher läuft alles nach Plan, wenn nicht sogar besser. Speziell die Abfahrtspiste präsentiert sich in rennmäßigem Zustand. Leider sind aufgrund des Schneemangels nicht allzu viele Sprünge und Varianten wie in den Jahren zuvor möglich, aber die Beschaffenheit der Piste ist so genial, ich weiß gar nicht, wann wir zuletzt so trainieren konnten.

 

Natürlich kann bzw. will ich mich mit meinen Kollegen noch nicht messen. Ich fahre bisher immer ein wenig weiter unten weg, um so das Tempo, die Linie und meine Schitechnik besser in den Griff zu bekommen. Ich versuche mich mit Bedacht wieder an alten Stärken heranzutasten, ohne mich sinnlos zu überfordern. Ich bin doch schon sehr lange nicht mehr richtig schnell Schigefahren. Bisher funktioniert das wunderbar und ich habe dabei auch die volle Unterstützung des Trainerteams.

 

Mich hat es selber überrascht, aber mein Knie hält echt gut. Sicher spüre ich es ein wenig und nach den beiden Abfahrtstagen war es auch ein wenig mehr geschwollen. Wenn man die Piste sieht, wundert es einen aber auch nicht. Deshalb habe ich jetzt einmal zwei Tage Pause genommen, um meinem Knie wieder etwas Ruhe zu gönnen. Unser Masseur Peter behandelt mich jeden Tag und so blicke ich voller Zuversicht auf die zweite Trainingswoche. Step by Step werde ich mich weiter an das Rennfahren herantasten, mit dem Ziel in Lake Louise wieder konkurrenzfähig zu sein.

 

Heute Vormittag spazierte ich am Paso Internacional Los Libertadores Richtung argentinischer Grenze. Es ist eine der Haupttransitstrecken zwischen Argentinien und Chile. Auf den Bildern sieht man die Unterkünfte der Angestellten des Hotel Portillo und von weiter oben kann man auf den Militärstützpunkt hinunter schauen. Oben an der Grenze habe ich auch einen gebrauchten VW Bully gefunden.

 

So weit einmal alles beim Besten

 

Schöne Grüße aus den Anden

 

Andi

Fotos